Das Museum Mansio Sebatum der Gemeinde St. Lorenzen im Pustertal in „römischer Pracht“ eröffnet
Der Rahmen konnte stimmiger nicht sein: Mit einer historischen Inszenierung wurde das Eröffnungsfest in St. Lorenzen begangen.
Neben den Auftraggebern, der Gemeindeverwaltung, haben auch Kulturlandesrätin Sabina Kasslatter Mur, die geschäftsführende Amtsdirektorin des Landesamts für Bodendenkmäler Catrin Marzoli und die DorfbewohnerInnen am erweiterten Dorffest teilgenommen. Die begeisterte Teilnahme der rund 300 anwesenden LorenznerInnen anlässlich der Übergabe ihres neuen Schmuckstücks ist wie ein Funke auf alle Interessierten, Gäste und Neugierige, übergesprungen. „Über zehn Jahre lang haben sich die Lorenzner für die Errichtung des Museums eingesetzt“, meinte Kulturlandesräting Kasslatter Mur. „Diese Hartnäckigkeit hat Früchte getragen, die den SteuerzahlerInnen nun zugute kommen.“ Das Museum sei ein gelungenes Beispiel für die gute Zusammenarbeit zwischen den Ämtern, zwischen der Lorenzner Gemeindeverwaltung, dem rührigen Museumsverein und dem Denkmalamt. Catrin Marzoli unterstrich als Vertreterin des Landesdenkmalamts die Bedeutung der Fundstücke für die Geschichtsschreibung und die Aufgabe der Lorenzner, Botschafter dieser Hinterlassenschaft zu werden. Weitere Ausgrabungen werden folgen, denn die Archäologen vermuten noch Gräber und bedeutende Fundstücke im Lorenzner Talbecken. So wird das Museum Baustein eines lebendigen Prozesses.
Nach dem offiziellen Teil mit Begrüßung, Dank, Projektvorstellung und der von Pfarrer Franz Künig vorgenommenen Segnung kam es, begleitet von zwei römischen Legionären, zur rituellen Banddurchtrennung. Dann ging man dazu über, die museale Einrichtung in geführten Grüppchen zu besichtigen.
Anschließend luden Bürgermeister Helmut Gräber und Kulturreferentin Luise Eppacher das ganze Dorf zum Prandium, dem römischen Mittagstisch, ein. Es gab römische Gerichte, nachgekocht von Originalrezepten aus dem Kochbuch des Apicius: Moretum (römischer Brotaufstrich aus Schafskäse, Knoblauch, Olivenöl und Kräutern), Minutal ex Praecoquis (Schweinsgulasch mit Aprikosen), Mensa Secunda (Früchte und Nüsse) zu Mulsum (römischem Wein, vermischt mit Honig und Gewürzen). Im Hintergrund Musikklänge des Ensembles „Musica Romana“ mit archaischer alter Musik auf Nachbauten antiker Instrumente. Am Nachmittag wurden eine Reihe von bekannteren und auch weniger bekannten Spielen aus dem Alten Rom (Ludi Romani) für Groß und Klein angeboten, ein gelungener Versuch, die Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart zu schlagen.
Das moderne Museum ist im denkmalgeschützten Gebäude aus dem 16. Jahrhundert, im alten Rathaus, direkt am Dorfplatz untergebracht, in der J. Renzler Straße 9. Es beherbergt die zahlreichen archäologische Funde im Raum St. Lorenzen und zeigt auf lebendige Weise Leben und Alltag längs der römischen Straße und in ihrer Straßenstation „Mansio Sebatum“. Nach dem Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen, das sich dem Schwerpunkt Bronzezeit und Ötzi verschrieben hat, präsentiert sich das neue Museum „Mansio Sebatum“ in St. Lorenzen ab heute als DIE Adresse für Archäologie-Interessierte und für Liebhaber der Eisen-und Römerzeit im südlichen Alpenraum.
Das Museum ist ab sofort täglich geöffnet.
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